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Wie ich die Klimaheldin Minet traf

Die sogenannte COP23, die UN-Weltklimakonferenz, fand dieses Jahr vom 6. bis zum 17. November in Bonn statt. Gastgeber war der Inselstaat Fidschi, doch ausgetragen wurde die Konferenz in Bonn, wo das UN-Klimasekretariat sitzt. Während dieser zwei Wochen wurde das kleine Bonn plötzlich groß und ich traf Klimaheldin Minet aus den Philippinen…

 

Zuerst sehe ich nur ihren riesen großen, quietsche pinken Koffer. Er ist wirklich fast so groß wie sie selbst. „Bist du Minet?“, frage ich zögerlich. Sie lächelt erleichtert und ich helfe ihr mit ihrem Gepäck.

Ich kenne Minet bereits ohne sie je vorher getroffen zu haben. Minet ist eine der zwölf starken Frauen, um die es in den Wochen der Klimaverhandlungen viel bei uns im CARE Büro ging. Minet ist eine Klimaheldin. Es ist ein besonderes Gefühl für mich, sie endlich treffen zu können.

Auf meine Frage, ob sie nicht friere, antwortet sie lachend: „Nein, ich liebe das Wetter hier. Das ist wie eine kostenlose Klimaanlage!“ Auch ich muss lachen. Dass sie, die aus den Philippinen angereist kommt unser kaltes Novemberwetter als angenehm bezeichnet, das hätte ich nicht erwartet. Minet wird mich in den nächsten Tagen noch öfter überraschen und mit ihrer offenen und lustigen Art zum Lachen bringen. Dass sie einen der stärksten Taifune der Welt überlebte, weiß ich bereits, aber was das wirklich für sie bedeutet, das werde ich in der kommenden Woche erfahren.

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Klimaheldin Minet aus den Philippinen steht in der Rheinaue in Bonn, dem Gelände der Weltklimakonferenz 2017. (Foto: Colton Kugler)

Aber was genau macht Minet eigentlich hier in Deutschland? Alles drehte sich die letzten Wochen um die Weltklimakonferenz hier in Bonn und CARE (wo ich aktuell meinen Bundesfreiwilligendienst absolviere) porträtierte anlässlich dieses Events zwölf starke Frauen, die selbst mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert sind und mit ihrem Einsatz einen Teil zum Klimaschutz beitragen. Minet ist eine von ihnen. Sie überlebte Taifun Hayian und sagt heute: „Meine Erfahrung mit Hayian hat mich stärker gemacht.“

Ich bewundere Minet, wie sie mit so viel Energie und Kraft über das Schlimme berichtet, das ihr und ihren Freunden passiert ist und immer positiv nach vorne schaut. Ihre Augen blitzen und ich merke, dass sie für ihre Mission, andere auf Katastrophen vorzubereiten, brennt.

Als Taifun Hayian alles mit sich nahm und nichts als Zerstörung hinter sich ließ, lebte sie wie die meisten mit nichts als einer durchsichtigen Plastikplane über dem Kopf, erzählt mir Minet. „Aber weißt du, Mia, abends sagten wir uns, immerhin können wir so nachts die Sterne sehen.“ Dabei lacht sie heute, vier Jahre nach der Katastrophe, und erklärt, dass das die Art der Filipinos sei, mit Problemen umzugehen.

Während der Tage der Weltklimakonferenz in Bonn begleitete ich Minet oft zu Veranstaltungen oder ihrer Unterkunft, da dies ihre erste Reise nach Europa war . Wir unterhielten uns viel und ich lernte Einiges von ihr, denn viele ihrer Sätze untermauerte die Klimaheldin mit Sprüchen. Einer ihrer Sprüche, den sie von ihrem Großvater lernte, lautete: „Das Leben ist nicht lebenswert, wenn du nichts besitzt, das es wert ist, dafür zu sterben.“ Minet hat in ihrem Beruf etwas gefunden, wofür es sich lohnt, alle Risiken in Kauf zu nehmen. Sie will mehr Menschen mit Katastrophenvorsorge erreichen, um ihr Volk nie wieder so unter einer Katastrophe leiden sehen zu müssen, wie nach Taifun Hayian.