Blog, Kinderheim Mundo de Niños, Peru

Wellenreiten schafft Selbstvertrauen!

Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken und der Wind bringt Meeresluft mit sich. Noch sind wir im Innenhof von Mundo de Ninos, doch die Kinder springen auf und ab und fragen pausenlos: „Vamos? Vamos?“

Heute ist Montag. Jeden Montag geht ein Teil der Jungs zum Surfen, worauf sie sich schon die ganze Woche über zu freuen scheinen. Vera und ich schnappen uns die Kinder und laufen die staubige Straße hinauf, wo wir eilig zum angefahrenen Bus sprinten.

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In der wackeligen Blechkiste geht es nach Huanchaco. Dort befindet sich zum einen die Surfschule und zum anderen natürlich der Strand. Seit ungefähr sieben Jahren schon lernen die Kinder und Jugendlichen von Mundo de Niños dort Surfen und werden von der Surfschule als auch von dessen Surflehrer unterstützt. Papageienlaute und bemalte Totempfähle begrüßen uns in der kleinen aus Bambus und Holz gebauten Schule direkt am Meer.

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Der Himmel ist immer noch bewölkt, es ist ein trüber Tag heute. Ganz im Gegensatz jedoch zu der Stimmung der Kinder. Mit großen Augen hören sie ihrem Surflehrer zu und können es kaum abwarten, endlich ins Wasser gehen zu dürfen.

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Aber nicht alle sind voller Vorfreude. Die Kinder, die noch nicht so lange im Heim sind und daher die Surfschule noch nicht so lange besuchen, haben Respekt vor dem Wasser, sind unsicher und manche können auch noch nicht einmal schwimmen. Doch der Sport ist wichtig für die Jungs und ein bedeutender Teil ihrer Entwicklung in Mundo de Niños.

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Vom Strand aus beobachte ich die Surfer und aus der Ferne sehen sie aus wie kleine tanzende Punkte auf dem Wasser. Die jüngeren und unerfahreneren Kinder reiten die Wellen in der Nähe des Strandes. Bei jeder Welle rufen sie: „Mira, Mia! Schau, Mia!“ Sie zu loben ist wichtig, ebenso wie ihnen das Gefühl zu geben, bedeutend zu sein. Vielen Kindern fehlt es an Selbstvertrauen. Dinge, die für andere Kinder normal sind, müssen sie erst lernen. Doch am Ende des Tages beeindrucken mich immer wieder ihre Lebensfreude und ihre offene und liebevolle Art. Natürlich sind sie Jungs wie andere auch, raufen sich, hören nicht zu und wollen Aufmerksamkeit um jeden Preis gewinnen. Aber wenn mir einer von ihnen sein breitestes Lächeln schenkt, das jede Zahnlücke entblößt, fühle ich mich wie der glücklichste Mensch der Welt.

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