Blog, Peru

Ein Christkind, das Unheil bringt …

„El Niño“ ist ein Naturphänomen, das immer wieder zur Weihnachtszeit an der Westküste Südamerikas auftritt. Zur heißesten Jahreszeit, in Südamerika stets zur Weihnachtszeit, erwärmt sich das Meer und es kommt zu extremen Niederschlägen, die zu Überflutungen und Erdrutschen führen. Dieses Phänomen wird der christlichen Jahreszeit entsprechend „El Niño“, „Das Christkind“ genannt. Dieses „Christkind“ bringt jedoch viel Leid, Zerstörung und Tod mit sich. *

 

 

17361670_10210038457132781_8252235977797036106_n

17362078_1477509952273333_8143355254019377889_n

17361929_10212275174585304_5534943359272280144_n

Schon seit mehreren Wochen kam es in Peru, vor allem im Norden des Landes, zu sehr starken Regenfällen, die große Schlammlawinen entstehen ließen. Diese reißen alles mit sich, sodass es bereits 78 Tote gibt und über 100.000 Menschen obdachlos geworden sind. In Trujillo, in der Stadt, in der ich vier Monate in einer peruanischen Gastfamilie gelebt und mit peruanischen Kindern gearbeitet habe, herrscht Ausnahmezustand. Trujillo gleicht momentan einer abgeschotteten Insel: die Zufahrtswege in den Süden, wie auch in den Norden des Landes sind nicht zu passieren, sodass die Spenden nur über den Luft- und Wasserweg gebracht werden können. Zudem sind die Preise der Produkte in den Supermärkten enorm gestiegen und auch die Wasser- und Stromversorgung ebenso wie die Telefon- und Internetverbindungen sind in großen Teilen des Landes zusammengebrochen.

17458077_1736222296690750_8591017483155420888_n

Meine deutsche Freundin Catalina, die sich immer noch in Trujillo aufhält und dort normalerweise in der Musikschule Arpegio arbeitet, leistet momentan zusammen mit anderen deutschen Freiwilligen Soforthilfe in den am stärksten betroffenen Stadtteilen Trujillos. Sie verteilen Wasser und Lebensmittel sowie Kleidung und Medikamente.

17457711_1736222356690744_7681044965347286316_n

Meine Freundin Catalina und die anderen Freiwilligen verteilen Spenden; auf dem Foto gerade an den kleinen Musikschüler Franco.

 

17457909_1736222336690746_9065414749583556207_n

17426208_1736222526690727_5444487650928719567_n

Leider müssen sie feststellen, dass viele Menschen auch am sechsten Tag nach Einsetzen der gewaltigen Unwetter vergebens auf staatliche Hilfe warten, weshalb sie sich privat organisieren, um auch viele ihrer peruanischen Musikschüler zu unterstützen. Ihnen fehlt es an allem, ganze Existenzen wurden mit dem Schlamm davon gespült. Um weiter helfen zu können sind Catalina, sowie ihre Mithelfer auf Spenden angewiesen. Auch schon ganz kleine Beträge können helfen. Bitte schreibe eine kurze Nachricht an katastrophenhilfe.arpegio@gmail.com, um direkt in Trujillo zu helfen. Des Weiteren hilft die internationale Hilfsorganisation CARE auch vor Ort, hier kann man ebenso spenden.

17457373_1736226576690322_1787522966381773879_n

Das ist der Kreisverkehr Ovalo Papal. Hier fuhr ich jeden Tag auf dem Weg ins Kinderheim oder nach Hause mit dem Bus entlang. Das Haus meiner Gastfamilie steht nicht weit von diesem Ort entfernt.

 

17434895_1736222326690747_7200331410108181030_o

Das sind die Reste des Hauses der Geigen- und Klavierlehrerin Claudia der Musikschule Arpeggio, wo meine deutsche Freundin Catalina arbeitet. Mittlerweile sind auch diese nach weiteren Schlammlawinen weg gespült worden.

 

17264507_1736222430024070_2589942012705590923_n

Ein Vater namens Carlos Juarez engagiert sich seit 12 Jahren mit vollem Herzen für die Musikschule Arpegio. Heute versinkt das Haus seiner Familie im Schlamm. 

 

 

17458035_1736222290024084_7871235775833893518_n

Ebenso fand die Mutter der Klarinettistin Mariana aus dem Orquesta de Agua nur noch diesen Teil der Außenmauer ihres Hauses vor.

 

17342474_1736222443357402_5094567956080639358_n

Die Bewohner reparieren ihre Häuser, auch wenn zu jeder Zeit die nächste Lawine wieder alles zerstören kann. Starke Regenfälle sind noch bis Mitte April vorhergesagt.

 

17352039_10212552616116209_242259463957528188_n

Quellen:

*http://www.planet-wissen.de/natur/klima/klimaforschung/pwieelniodasunheilkommtzuweihnachten100.html

die Fotos sind von der Facebook-Seite Arpegios