Blog, Brasilien

Cidade Maravilhosa – RIO zwischen Karneval und Staatsverschuldung

Gegensätzlicher könnte eine Metropole nicht sein: Samba und Karneval treffen auf Favelas und Kriminalität. Dennoch strotzt die Stadt nur so vor Lebensfreude. Die exotische Natur der grünen Hügel, die endlosen weißen Strände und nicht zuletzt die Herzlichkeit der „Cariocas“ erobern jedes Herz im Sturm.

 

 

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Wilde Trommel-Klänge und die Rufe der Tänzer schallen durch die Unterführung im Zentrum von Rio de Janeiro. Der Rhythmus geht durch den ganzen Körper und die Energie schießt nur so durch einen hindurch. Die Gruppe probt ihren Auftritt für den diesjährigen Karneval. Die Röcke der Frauen schleudern hin und her und die schweißnasse Haut glänzt im Licht der Straßenbeleuchtung. Alle tanzen und die Luft ist erfüllt von Lebensfreude.

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Als wir nach der Probe durch die Stadt laufen, passieren wir den Palácio Tiradentes, der mit Stahlzäunen verbaut ist. „So sieht unsere Regierung momentan aus …“, sagt die Schwester meiner brasilianischen Freundin, die ich gerade in Rio besuche, mit vielsagendem Blick. Wegen der letzten Demonstrationen der wütenden Bevölkerung wurde das Gebäude umzäunt. Auch wenn man bei Karnevalsstimmung, Sonnenschein und Caipirinhas nicht an Politik denken möchte, sind die Probleme doch nur zu offensichtlich. Der Bundesstaat Rio de Janeiro ist fast pleite. Die Menschen warten seit Monaten auf ihr Gehalt. „Mein Vater wird seit November für seine Arbeit als Musiklehrer nicht mehr bezahlt“, erzählt mir meine Freundin Katarina. Sie selbst studiert an einer öffentlichen Universität Musik, doch auch sie kann wegen der momentanen Streiks nicht den Unterricht besuchen. Die Fußball-Weltmeisterschaft und die darauf folgenden Olympischen Spiele haben Rio de Janeiro finanziell in den Ruin gestützt.

Dennoch beeindruckt Rio mit moderner Metro, riesigen Malls und Touristenattraktionen wie die Gondel hinauf zum berühmten Zuckerhut, die einen die Krise des Landes vergessen lassen. Rio de Janeiro übertrifft sich selbst an Vielfältigkeit und Einzigartigkeit. Ob man im Viertel Santa Teresa durch Gassen mit alten Kolonialbauten schlendert und die verträumten Villen mit ihren mit exotischen Pflanzen überfüllten Gärten bestaunt oder ob man nun am Strand von Copacabana Kokoswasser aus einer frischen Kokosnuss schlürft: diese Stadt hat unglaublich viel zu bieten. Die immergrünen Hügel ruhen thronend im Hintergrund der Stadt und laden jederzeit zu einem Ausflug in die Natur ein.

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Die Selarón- Treppe des chilenischen Künstlers Jorge Selarón ist eine mit Mosaiken aus aller Welt gesäumten Treppe in Santa Teresa und ein einziges Farbenspiel. Die bunten Farben repräsentieren vor allem die brasilianische Flagge.

 

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Auch der gepflegte botanische Garten Jardim Botânico sprüht nur so vor Exotik mit seinen einzigartigen Orchideen, riesigen Seerosen und meterhohen Palmen.

Dennoch steigen währenddessen die Preise in der Stadt, vor allem in den letzten zwei Jahren und man kann nur hoffen, dass die Cariocas ihre überall auf der Welt bekannte Lebensfreude nicht verlieren werden!
Cidade maravilhosa, Coração do meu Brasil, du wunderschöne Stadt, Herz meines Brasilien, so sagt es die Hymne der Stadt!

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