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Wie ich die Klimaheldin Minet traf

Die sogenannte COP23, die UN-Weltklimakonferenz, fand dieses Jahr vom 6. bis zum 17. November in Bonn statt. Gastgeber war der Inselstaat Fidschi, doch ausgetragen wurde die Konferenz in Bonn, wo das UN-Klimasekretariat sitzt. Während dieser zwei Wochen wurde das kleine Bonn plötzlich groß und ich traf Klimaheldin Minet aus den Philippinen…   Zuerst sehe ich nur ihren riesen großen, quietsche pinken Koffer. Er ist wirklich fast so groß wie sie selbst. „Bist du Minet?“, frage ich zögerlich. Sie lächelt erleichtert und ich helfe ihr mit ihrem Gepäck. Ich kenne Minet bereits ohne sie je vorher getroffen zu haben. Minet ist eine der zwölf starken Frauen, um die es in den Wochen der Klimaverhandlungen viel bei uns im CARE Büro ging. Minet ist eine Klimaheldin. Es ist ein besonderes Gefühl für mich, sie endlich treffen zu können. Auf meine Frage, ob sie nicht friere, antwortet sie lachend: „Nein, ich liebe das Wetter hier. Das ist wie eine kostenlose Klimaanlage!“ Auch ich muss lachen. Dass sie, die aus den Philippinen angereist kommt unser kaltes Novemberwetter als angenehm …

Weltmädchentag 2017

Veränderungen sind möglich – Weltmädchentag 2017

Heute ist Weltmädchentag, der „International Day of the Girl Child“. Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2011 den 11. Oktober offiziell zum Weltmädchentag erklärt. Aber wozu braucht man eigentlich einen Weltmädchentag? Ist nicht alles super hier? Seit ungefähr einem Monat arbeite ich nun bei der Hilfsorganisation CARE im Rahmen meines Bundesfreiwilligendienstes und täglich erreichen mich Geschichten von Menschen aus der ganzen Welt. Es gibt weltweit so viele Krisen und durch meine Arbeit bei CARE weiß ich immer ganz genau, was wo gerade passiert, denn CARE ist in 94 Ländern der Welt aktiv. In der Blase unseres Alltags vergessen wir jedoch oft, dass Gleichberechtigung von Männern und Frauen in vielen Teilen der Welt immer noch nicht Realität ist. Also, ja, hier ist in vielen Aspekten alles super, aber wie sieht es zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo aus? Gestern habe ich zwei Texte aus Kongo übersetzt, in denen ein sechzehnjähriges Mädchen davon berichtete, wie sie auf dem Weg zu einem Nachbarn von zwei Männern vergewaltigt und am Ende von ihrer Mutter dafür bestraft wurde. Sie bringe …

Ein Christkind, das Unheil bringt …

„El Niño“ ist ein Naturphänomen, das immer wieder zur Weihnachtszeit an der Westküste Südamerikas auftritt. Zur heißesten Jahreszeit, in Südamerika stets zur Weihnachtszeit, erwärmt sich das Meer und es kommt zu extremen Niederschlägen, die zu Überflutungen und Erdrutschen führen. Dieses Phänomen wird der christlichen Jahreszeit entsprechend „El Niño“, „Das Christkind“ genannt. Dieses „Christkind“ bringt jedoch viel Leid, Zerstörung und Tod mit sich. *     Schon seit mehreren Wochen kam es in Peru, vor allem im Norden des Landes, zu sehr starken Regenfällen, die große Schlammlawinen entstehen ließen. Diese reißen alles mit sich, sodass es bereits 78 Tote gibt und über 100.000 Menschen obdachlos geworden sind. In Trujillo, in der Stadt, in der ich vier Monate in einer peruanischen Gastfamilie gelebt und mit peruanischen Kindern gearbeitet habe, herrscht Ausnahmezustand. Trujillo gleicht momentan einer abgeschotteten Insel: die Zufahrtswege in den Süden, wie auch in den Norden des Landes sind nicht zu passieren, sodass die Spenden nur über den Luft- und Wasserweg gebracht werden können. Zudem sind die Preise der Produkte in den Supermärkten enorm gestiegen und auch die Wasser- und Stromversorgung ebenso wie die Telefon- …

Bunte Elefanten für bunte Kinder

Die Zahl an Straßenkindern in Peru ist enorm. Der Lebensabschnitt Kindheit ist in Peru der Zeitraum, der am wenigsten beschützt ist. Extrem viele Kinder sind einem sehr hohen Risiko ausgesetzt und müssen auf der Straße leben. Viele von ihnen wurden sowohl physisch als auch psychisch misshandelt und haben sehr instabile Familienverhältnisse, aus denen sie meistens geflüchtet sind. Sie leben auf der Straße, schlafen dort, sammeln Essen aus Mülleimern, rauben, betteln und nehmen Drogen. Die Jungs, mit denen ich im Kinderheim Mundo de Niños gearbeitet habe, haben genau dieses Schicksal erlebt. Das fällt mir oft immer noch schwer zu glauben, da sie so fröhlich und auch oft liebevoll sind. Sie sind ganz normale Jungs, die sich auch ab und zu raufen oder sich hin und her schupsen, aber viele von ihnen wollen oft einfach nur in den Arm genommen werden. Eines meiner größten Projekte in meiner Zeit im Kinder- und Jugendheim in Huanchaquito, wo ich vor allem Kunst unterrichtet habe, waren die bunten Elefanten auf der zuvor kargen Wand des Innenhofs. Zunächst grundierte ich zusammen mit ein paar Freunden die Wand …

Cidade Maravilhosa – RIO zwischen Karneval und Staatsverschuldung

Gegensätzlicher könnte eine Metropole nicht sein: Samba und Karneval treffen auf Favelas und Kriminalität. Dennoch strotzt die Stadt nur so vor Lebensfreude. Die exotische Natur der grünen Hügel, die endlosen weißen Strände und nicht zuletzt die Herzlichkeit der „Cariocas“ erobern jedes Herz im Sturm.     Wilde Trommel-Klänge und die Rufe der Tänzer schallen durch die Unterführung im Zentrum von Rio de Janeiro. Der Rhythmus geht durch den ganzen Körper und die Energie schießt nur so durch einen hindurch. Die Gruppe probt ihren Auftritt für den diesjährigen Karneval. Die Röcke der Frauen schleudern hin und her und die schweißnasse Haut glänzt im Licht der Straßenbeleuchtung. Alle tanzen und die Luft ist erfüllt von Lebensfreude. Als wir nach der Probe durch die Stadt laufen, passieren wir den Palácio Tiradentes, der mit Stahlzäunen verbaut ist. „So sieht unsere Regierung momentan aus …“, sagt die Schwester meiner brasilianischen Freundin, die ich gerade in Rio besuche, mit vielsagendem Blick. Wegen der letzten Demonstrationen der wütenden Bevölkerung wurde das Gebäude umzäunt. Auch wenn man bei Karnevalsstimmung, Sonnenschein und Caipirinhas nicht an Politik denken möchte, sind die Probleme doch nur zu offensichtlich. Der …

Strudel und Gartenzwerge – Ein Stück Heimat im Seengebiet Chiles

Es gibt Kuchen und Strudel, Blumenbeete und Gartenzwerge zieren die Gärten und die ältere Dame an der Kasse sagt zu mir in perfektem Deutsch: „Das macht dann viertausendfünfhundert, bitte“. Durch das Fenster erblicke ich den tiefblauen See und die saftig grünen Wälder drumherum. Man könnte fast meinen, ich wäre zu Hause in Deutschland. Tatsächlich liegt meine Heimat jedoch um die 14000 Kilometer weit über den Ozean hinweg entfernt. Denn ich befinde mich im Seengebiet, Región de los Lagos, im Süden Chiles, wo vor rund 150 Jahren die ersten deutschen Siedler ankamen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Hier gibt es nicht nur eine Deutsche Schule und eine deutsche Kirche, sogar auf den Feuerwehrautos steht nicht wie üblich „Bomberos“ , sondern in orange leuchtenden Buchstaben „Feuerwehr“. Die Deutsche Schule von Osorno, gegründet 1854. Das „Puppenhaus“ in Frutillar. Die Bomberos (Feuerwehr) aus Puerto Montt. Die Handweberei von Andrea Lindemann in Frutillar. „Wenn man einen Ort und seine Bewohner wirklich kennenlernen will,“ meint Willy, der uns zu den deutschen Wurzeln in Chile führt, „dann muss man zunächst einmal dessen Friedhof besuchen.“ …

Valparaíso – die Braut des Ozeans

„Ich liebe Valparaíso, alles was du umschließt alles, was du ausstrahlst, Braut des Ozeans…“ – Pablo Neruda Schmutzig und heruntergekommen, aber gleichzeitig so farbenfroh und besinnlich: Valparaíso nimmt einen mit ihrem bezaubernden Charme ein! So ist sie auch die Stadt der Graffitis und wurde 2003 sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Hafenstadt am Pazifik gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles und auch der berühmte Dichter Pablo Neruda ist eng mit ihrer Geschichte verbunden.   Die Aussicht aus dem Fenster von „La Sebastiana“ , das Haus Pablo Nerudas Der Hafen Valparaísos Die bunten Häuser der Stadt blitzen in der Morgensonne. Valparaíso scheint den Pazifik zu umarmen und ganz langsam steigt der Geräuschpegel der Stadt an.  Das rege Treiben und die Hafengeräusche vermischen sich   mit dem Rattern der Aufzüge. Es echot geradezu die ungefähr 30 bunten Hügel Valparaísos hinab. Die Stadt erwacht und versprüht ihren ganz besonderen Charme. Dieser Ort wirkt auf mich unendlich an Gassen und Ecken, die es zu erkunden gilt, und ich finde mich in einem Meer aus Farben wieder. Das ist meine persönliche To Do- Liste für …

Nationalpark Huerquehue – Einmalige Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur

Uralte Aurakarienbäume, tiefblaue Seen und beeindruckende Wasserfälle erwarten einen im etwa 125 km² großen Nationalpark Huerquehue. Vor allem seine Ursprünglichkeit und unangetastete Schönheit locken Touristen, aber auch Einheimische, immer wieder aufs Neue an. Vier Tage verbringen wir in wohl einem der berühmtesten Nationalparks Südchiles. Und das nicht ohne Grund: umgeben von jahrhundertealten Bäumen fühle ich mich selbst ganz klein und spüre wie die Natur auf mich wirkt. Besonders die Aurakarienbäume faszinieren mich, denn ich staune über ihre fast  50 Meter Höhe und ihren Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern. Es sind wahre Riesen, die jedem Wind und Wetter zu trotzen scheinen. Die Blätter des Aurakarienbaumes Der Wasserfall Salto Nido de Aguila Eine unserer Übernachtungen führt uns zu einem Zeltplatz am Weißen Fluss Rio Blanco. Dort lassen wir unsere Muskeln im heißen Wasser der natürlichen Thermen entspannen und beobachten wie langsam die Welt um uns herum von der Sonne in ein ganz besonderes Licht getaucht wird. Die Natürlichen Thermen des Rio Blanco. Schon nach ein paar Stunden begegnen wir kaum noch anderen Wanderern. Die unendliche Dichte und Wildnis der Wälder umhüllt uns. Meist ist der Weg gut …