Blog, Peru

CAJAMARCA – Die Stadt des letzten Inkaherrschers

Die auf 2750 Metern liegende attraktive Kolonialstadt Cajamarca ist eine Stadt voller Geschichte. Sei es die spanische Eroberung oder die Legende eines Raums voller Gold und Silber – Cajamarca ist der Ort, an dem sich die Geschichte Südamerikas für immer veränderte.

 

 

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Die dunkeln Wolken verdecken den sonst so strahlenden Himmel und auf einmal fängt es an wie aus Kübel zu regnen. Schon seit einer Weile kam es immer wieder zu Bergbränden rund um die Stadt Cajamarca, da man so den so lange ausbleibenden Regen erbat. Doch der Bann ist gebrochen und es regnet, als gäbe es kein Ende mehr. Das ist das erste Mal seit ich hier in Peru bin, dass ich Regen erlebe. Das Wasser stürzt die steilen Straßen der Stadt hinunter und dann hört es auf einmal so plötzlich wieder auf, wie es auch angefangen hat.

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Wenn man durch die Straßen Cajamarcas läuft, blickt man nahezu auf ein Meer aus hohen Palmblatthüten. Traditionell werden diese Hüte immer noch getragen, vor allem auch um vor der so starken Sonneneinstrahlung hier im Hochland zu schützen. Außerdem ist solch ein Hut der ganze Stolz seines Besitzers und darf auf keiner Fiesta fehlen. Bei einem Gespräch mit einer älteren Frau, die auf dem Markt ein paar Dinge verkauft und auch dort stolz ihren Hut präsentiert, erfahre ich, dass diese Hüte bis zu 1000 peruanische Soles kosten können. Das sind fast 300 Euro und in Peru eine Menge Geld.

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Cajamarca ist eine angenehme Stadt, die mit ihren saftig grünen Bergen im Hintergrund und mit ihren traditionell gekleideten Bewohnern für mich wie aus dem Bilderbuch erscheint. Dennoch spüre ich auch die Armut, denn nicht selten kommen ältere Frauen oder Kinder und stecken hartnäckig die Hand aus. Nicht zuletzt hat die berühmte Goldmine Yanacochca viel Unglück über die Stadt gebracht. Umweltverschmutzung, Kriminalität und Armut sind die Folgen der sonst als Erfolgsgeschichte deklarierten zweitgrößten Goldmine der Welt.

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Für viele Peruaner bedeutet die Stadt Cajamarca außerdem die Zerstörung durch die spanische Eroberung und somit der Untergang des Inkareichs. Im Jahre 1532 eroberte Francisco Pizarro  die Stadt und nahm den letzten Inkaherrscher Atahualpa fest. Als dieser die Schwäche der Spanier für Gold und Silber entdeckte, ließ er als Lösegeld einen Raum zwei Mal damit befüllen, um befreit zu werden. Die Spanier hielten sich jedoch nicht an die Abmachung und ließen Atahualpa, der sich kurz vor seinem Tod noch christianisieren ließ, töten. Heute kann man den berühmten Cuarto de Rescate (Lösegeldraum) im Zentrum nahe der Plaza de Armas besichtigen.

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Neben der einzigartigen Geschichte lohnt sich  jeder Besuch in die schöne Kolonialstadt außerdem wegen der vielen wunderschönen Kirchen, des Aussichtspunktes Cerro Santa Apolonia, des sich in der näheren Umgebung befindenden Steinwalds Los Frainoles und wegen des Wasserkanals der Inka namens Cumbe Mayo. 

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