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Blutige Menschenopferungen – 5 Fakten über die Kultur der Moche

  1. Wer waren die Moche? Die Moche waren eine frühe Hochkultur mit beeindruckenden Bewässerungstechniken und Zeremonialmonumenten. Diese lebten noch vor der Zeit der Inka. Die Moche-Kultur, auch Mochica genannt, entwickelte sich ungefähr 200 v. Chr. an der nordperuanischen Küstenwüste in der Gegend des heutigen Trujillo. Ihre Herrschaft dauerte ca. 1000 Jahre an und hatte ihren Höhepunkt um ca. 500 bis 600 n. Chr. Benannt wurde die Kultur nach dem Tal und dem Fluss Moche.FullSizeRender 9IMG_2855 2
  2. Wie konnte sich in der heutigen Küstenwüste diese Hochkultur entwickeln? In den nordperuanischen Küstengebieten gibt es kaum Regen, weshalb es umso erstaunlicher ist, dass sich gerade hier eine Hochkultur wie die der Moche entwickeln konnte. Aufgrund des wenigen Regens bildeten sich zahlreiche Talgemeinschaften der Moche an fruchtbaren Oasen des Flusses. Die Moche entwickelten außerdem ausgeklügelte Bewässerungstechniken, wodurch sie weitläufige Kanalsysteme zur Versorgung riesiger Anbauflächen nutzten konnten. Auf diese Weise konnten Mais, Baumwolle und Bohnen angebaut werden. Aber auch die Nähe zum Meer spielte eine entscheidende Rolle als Nahrungsquelle, da beispielsweise mit Schilfbooten (→Caballitos de Totora) gefischt wurde.FullSizeRender 10
  3. Was machte die Kultur der Moche aus? Das Leben der Moche war gezeichnet von einer sehr streng hierarchischen Gesellschaftsordnung. Die Spitze bildete ein Herrscher, den man in Darstellungen oft an strahlen- oder sonnenähnlichen Symbolen wiedererkennen kann. Der soziale Status wurde über die Berufsgruppe definiert. Die unterste Stufe jedoch bildeten die Sklaven und Kriegsgefangenen. Entscheidend sind auch die Opferrituale von Menschen, häufig um den so seltenen Regen zu erbitten.FullSizeRender 6IMG_2856 2
  4. Welche Rituale hatten die Moche noch? Neben den zahlreichen blutigen Ritualen und Menschopfern errichteten die Moche außerdem unzählige Zeremonialmonumente, die sie der Sonne und dem Mond widmeten. Diese Bauten, Huaca del Sol und Huaca de la Luna, gehören zu den größten des alten Südamerikas und befinden sich direkt bei der heutigen Stadt Trujilllo. Die Monumente sind Stufenpyramiden aus Millionen von Lehmziegeln.IMG_2807FullSizeRender 4
  5. Wie kam es zum Untergang der Moche? Das meiste Wissen über die Moche-Kultur ist den zahlreichen Keramikfunden zu verdanken. Diese zeigen vollplastische Darstellungen von Menschen und Tieren. Besonders berühmt sind auch die erotischen Tonfiguren, die ein sehr ausgeprägtes Sexualleben darstellen. Einige Forscher vermuten unteranderem darin den Untergang der Kultur, sowie in den vielen blutigen Ritualen, in denen meist die jungen Mitglieder der Gesellschaft geopfert wurden. Vor allem aber spielt eine starke Klimaveränderung durch das Phänomen El Niño eine entscheidende Rolle hinsichtlich des Untergangs der Moche-Kultur. Es wird angenommen, dass es durch El Niño über 30 Jahre lang zu extremen Niederschlägen kam, die die Bewässerungsanlagen der Moche wegspülten und alles weitere ebenso mit sich rissen. Die darauf folgende Dürreperiode, genannt La Niña, brachte Hungersnöte und damit verbundene bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen.