Autor: Mia

Valparaíso – die Braut des Ozeans

„Ich liebe Valparaíso, alles was du umschließt alles, was du ausstrahlst, Braut des Ozeans…“ – Pablo Neruda Schmutzig und heruntergekommen, aber gleichzeitig so farbenfroh und besinnlich: Valparaíso nimmt einen mit ihrem bezaubernden Charme ein! So ist sie auch die Stadt der Graffitis und wurde 2003 sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Hafenstadt am Pazifik gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles und auch der berühmte Dichter Pablo Neruda ist eng mit ihrer Geschichte verbunden.   Die Aussicht aus dem Fenster von „La Sebastiana“ , das Haus Pablo Nerudas Der Hafen Valparaísos Die bunten Häuser der Stadt blitzen in der Morgensonne. Valparaíso scheint den Pazifik zu umarmen und ganz langsam steigt der Geräuschpegel der Stadt an.  Das rege Treiben und die Hafengeräusche vermischen sich   mit dem Rattern der Aufzüge. Es echot geradezu die ungefähr 30 bunten Hügel Valparaísos hinab. Die Stadt erwacht und versprüht ihren ganz besonderen Charme. Dieser Ort wirkt auf mich unendlich an Gassen und Ecken, die es zu erkunden gilt, und ich finde mich in einem Meer aus Farben wieder. Das ist meine persönliche To Do- Liste für …

Nationalpark Huerquehue – Einmalige Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur

Uralte Aurakarienbäume, tiefblaue Seen und beeindruckende Wasserfälle erwarten einen im etwa 125 km² großen Nationalpark Huerquehue. Vor allem seine Ursprünglichkeit und unangetastete Schönheit locken Touristen, aber auch Einheimische, immer wieder aufs Neue an. Vier Tage verbringen wir in wohl einem der berühmtesten Nationalparks Südchiles. Und das nicht ohne Grund: umgeben von jahrhundertealten Bäumen fühle ich mich selbst ganz klein und spüre wie die Natur auf mich wirkt. Besonders die Aurakarienbäume faszinieren mich, denn ich staune über ihre fast  50 Meter Höhe und ihren Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern. Es sind wahre Riesen, die jedem Wind und Wetter zu trotzen scheinen. Die Blätter des Aurakarienbaumes Der Wasserfall Salto Nido de Aguila Eine unserer Übernachtungen führt uns zu einem Zeltplatz am Weißen Fluss Rio Blanco. Dort lassen wir unsere Muskeln im heißen Wasser der natürlichen Thermen entspannen und beobachten wie langsam die Welt um uns herum von der Sonne in ein ganz besonderes Licht getaucht wird. Die Natürlichen Thermen des Rio Blanco. Schon nach ein paar Stunden begegnen wir kaum noch anderen Wanderern. Die unendliche Dichte und Wildnis der Wälder umhüllt uns. Meist ist der Weg gut …

CAJAMARCA – Die Stadt des letzten Inkaherrschers

Die auf 2750 Metern liegende attraktive Kolonialstadt Cajamarca ist eine Stadt voller Geschichte. Sei es die spanische Eroberung oder die Legende eines Raums voller Gold und Silber – Cajamarca ist der Ort, an dem sich die Geschichte Südamerikas für immer veränderte.     Die dunkeln Wolken verdecken den sonst so strahlenden Himmel und auf einmal fängt es an wie aus Kübel zu regnen. Schon seit einer Weile kam es immer wieder zu Bergbränden rund um die Stadt Cajamarca, da man so den so lange ausbleibenden Regen erbat. Doch der Bann ist gebrochen und es regnet, als gäbe es kein Ende mehr. Das ist das erste Mal seit ich hier in Peru bin, dass ich Regen erlebe. Das Wasser stürzt die steilen Straßen der Stadt hinunter und dann hört es auf einmal so plötzlich wieder auf, wie es auch angefangen hat. Wenn man durch die Straßen Cajamarcas läuft, blickt man nahezu auf ein Meer aus hohen Palmblatthüten. Traditionell werden diese Hüte immer noch getragen, vor allem auch um vor der so starken Sonneneinstrahlung hier im Hochland zu schützen. Außerdem ist …

Großes Spendengeschenk! – Ein Trampolin fürs Kinderheim

„Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden. “ (Clemens Brentano)     Huanchaquito, 8:00 Uhr morgens. Die Sonne brennt heiß auf uns nieder und wir schmelzen dahin vor Hitze. Doch es ist ein besonderer Tag heute: Gemeinsam bauen wir das Trampolin auf, das meine Familie und Freunde für das Kinderheim Mundo de Ninos gespendet haben. Neben dem Kinderheim befindet sich eine Art Hof, wo sich zum einen ein Garten befindet und zum anderen ein kleiner Spielplatz geplant ist. Bis jetzt fehlt leider das Geld, um allein den Boden und die Wände fertig zu bauen. Deswegen kommt das Trampolin gerade richtig! Die Kinder sind die ganze Zeit über aufgeregt und fragen, wann sie endlich springen dürfen. Als wir endlich fertig sind, stürmen alle in den Innenhof und rufen: „Ich, ich, ich!“. Es dürfen immer maximal vier Kinder auf einmal hüpfen, weshalb das Gedränge groß ist. Aber natürlich darf jeder das Trampolin ausprobieren und die Kinder sind überglücklich! Ich danke allen Spendern von Herzen! Danke liebe Eva, danke liebe Lilo, danke liebe …

86. Geburtstagsfeier! – Eine peruanische Familientradition miterleben

Typischer geht es nicht: eine Geburtstagsfeier in Peru darf man nicht verpassen! Es wird zusammen gegessen, getanzt und gesungen. Die Familie gilt in Peru immer noch als wichtigstes Gut und steht über allem. Die einzelnen Rollen innerhalb der Familie sind dabei jedoch klar verteilt.     Riesige Sand- und Steingestalten ziehen am Fenster vorbei. Eine karge und trockene Landschaft umgibt uns. Zwischen den beeindruckenden Sanddünen führt eine einsame Straße hindurch. Sonst nur unendliche Weite, wohin ich auch auch blicke. Die Reise geht nach Chimbote, einer kleinen Hafenstadt südlich von Trujillo, woher die Familie Barreto stammt. Der Grund unserer Reise ist der 86. Geburtstag der Mutter meines Gastvaters. Als wir in der von Autos und Gehupe überfüllten Stadt ankommen, ist es bereits Nachmittag. Wir betreten das bunt gestrichene Wohnzimmer, wo an einem endlos langen Tisch bereits die ganze Familie dabei ist, das Mittagessen zu verspeisen. Der Tisch füllt das gesamte Wohnzimmer aus. Wir bahnen uns durch die vielen Leute hindurch, Kinder springen zwischen uns hin und her, während wir  jeden mit Küsschen begrüßen. Ich werde allen Tanten, Onkeln, Geschwistern, …

Wellenreiten schafft Selbstvertrauen!

Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken und der Wind bringt Meeresluft mit sich. Noch sind wir im Innenhof von Mundo de Ninos, doch die Kinder springen auf und ab und fragen pausenlos: „Vamos? Vamos?“ Heute ist Montag. Jeden Montag geht ein Teil der Jungs zum Surfen, worauf sie sich schon die ganze Woche über zu freuen scheinen. Vera und ich schnappen uns die Kinder und laufen die staubige Straße hinauf, wo wir eilig zum angefahrenen Bus sprinten. In der wackeligen Blechkiste geht es nach Huanchaco. Dort befindet sich zum einen die Surfschule und zum anderen natürlich der Strand. Seit ungefähr sieben Jahren schon lernen die Kinder und Jugendlichen von Mundo de Niños dort Surfen und werden von der Surfschule als auch von dessen Surflehrer unterstützt. Papageienlaute und bemalte Totempfähle begrüßen uns in der kleinen aus Bambus und Holz gebauten Schule direkt am Meer.   Der Himmel ist immer noch bewölkt, es ist ein trüber Tag heute. Ganz im Gegensatz jedoch zu der Stimmung der Kinder. Mit großen Augen hören sie ihrem Surflehrer zu und können es …

Chimbote – zwischen Fischgestank und einer weiße Insel

Chimbote ist eine kleine Hafenstadt, die an einer natürlichen Bucht liegt. Sie befindet sich südlich von Trujillo und ist Perus größter Fischereihafen. Aus diesem Grund liegt auch ein dauerhafter Fischgeruch über der Stadt. Allerdings wird längst nicht mehr so viel Fisch gefischt wie noch vor ein paar Jahrzehnten und die Stahlindustrie der Stadt hat viel Umweltverschmutzung mit sich gebracht. Heute kann man an keinem Strand mehr baden. „Früher“, erzählt mir die Cousine Antonella, „haben meine Mutter und ihre Geschwister hier gebadet. Es gab einen wunderschönen Strand.“ Ich blicke über die dunklen Steine, die sich dort befinden, wo einmal ein Strand gewesen sein muss. Überall liegen leere Flaschen und Plastik herum.  Mein Blick wandert weiter übers Wasser. Unzählige Fischerboote in verschiedenen Farben sind zu sehen, im Hintergrund eine weiße Inseln, die Isla Blanca. Sie hat ihren Namen ihrer Farbe zu verdanken, die aufgrund der Ausscheidungen von Seevögeln, die diese Insel besuchen, entsteht. Chimbote ist mit 300 000 Einwohnern immer noch eine Großstadt, aber im Vergleich zu Trujillo ein „pueblo“ (Dorf), wie Antonella sagt. Die Stadt hat zwei Stadtteile, …

Über die Bedeutung von Familie – Kinderheim Mundo de Niños

„El vinculo que te une a una verdadera familia no es de sangre, sino de respeto y alegría por la vida de otro.“ – Richard Bach Was bedeutet Familie? Wer gehört zur Familie? Und wie wichtig ist Familie eigentlich? Am zweiten Sonntag im Monat September wird in Peru der Tag der Familie gefeiert. Die Familie ist der Grundbaustein der Gesellschaft und soll an diesem Tag besonders anerkannt und wertgeschätzt werden.   Die Sonne brennt und die bunten Farben an den Wänden strahlen. Beschwingende Musik und Alexiss‘ Stimme hallen durch den Innenhof. Heute ist der día de la familia und Mundo de niños, das Kinder- und Jugendheim in Huanchaquito, feiert diesen Tag gemeinsam. Alle Mitarbeiter, Volontäre und Kinder sind beisammen und spielen Gruppenspiele zum Thema „Familie“. Aspekte wie Respekt, Zuneigung, Liebe und Vertrauen werden besprochen, definiert und auf kleine Herzen geschrieben. Diese sind in den verschiedenen Spielen als Gruppe zu gewinnen. Es herrscht eine wunderschöne und ausgelassene Stimmung unter uns an diesem sonnigen Morgen. Ich beobachte die Kinder und Mitarbeiter und merke, wie viel das alles hier für beide Seiten bedeutet. …

Faszinierendes Erlebnis – von Freestyle Rapper überrascht

Ob mit Feuer jonglierende Artisten, Freestyle Rapper oder Musiker – die Stadt ist voll von ihnen! Eine einzige Busfahrt kann zu einer beeindruckenden Vorführung werden!   Endlich taucht er auf. Ich warte schon seit zehn Minuten sehnsüchtig. Zwischen den vielen tausend Taxiwagen sehe ich von weitem das Rot des Micro-Busses aufblitzen. Je näher der Bus kommt, desto lauter höre ich die gewohnten Rufe: „Huanchaco! Huanchaco! Huanchaco!“ Schnell hebe ich die Hand und nehme Anlauf, um nahezu während des Fahrens hineinzuspringen. Ruckartig fährt der Bus weiter und ich falle mehr oder weniger auf den noch freien Sitzplatz. Ehe ich mich versehe, befinde ich mich plötzlich inmitten einer Rap Vorführung. Direkt vor mir steht ein junger Typ und lässt einen schnellen Beat abspielen. Der Bus schaukelt hin und her, doch der junge Mann rappt ohne auch nur eine Pause einzulegen, den Arm lässig abstützend. Er trägt eine Hip Hop-Capy, ein langes graues T-Shirt und tief sitzende Hosen. Die spanischen Wörter fliegen mir nur so um die Ohren. Er ist viel zu schnell, als das ich ihm folgen könnte. Doch auf …