Monate: März 2017

Ein Christkind, das Unheil bringt …

„El Niño“ ist ein Naturphänomen, das immer wieder zur Weihnachtszeit an der Westküste Südamerikas auftritt. Zur heißesten Jahreszeit, in Südamerika stets zur Weihnachtszeit, erwärmt sich das Meer und es kommt zu extremen Niederschlägen, die zu Überflutungen und Erdrutschen führen. Dieses Phänomen wird der christlichen Jahreszeit entsprechend „El Niño“, „Das Christkind“ genannt. Dieses „Christkind“ bringt jedoch viel Leid, Zerstörung und Tod mit sich. *     Schon seit mehreren Wochen kam es in Peru, vor allem im Norden des Landes, zu sehr starken Regenfällen, die große Schlammlawinen entstehen ließen. Diese reißen alles mit sich, sodass es bereits 78 Tote gibt und über 100.000 Menschen obdachlos geworden sind. In Trujillo, in der Stadt, in der ich vier Monate in einer peruanischen Gastfamilie gelebt und mit peruanischen Kindern gearbeitet habe, herrscht Ausnahmezustand. Trujillo gleicht momentan einer abgeschotteten Insel: die Zufahrtswege in den Süden, wie auch in den Norden des Landes sind nicht zu passieren, sodass die Spenden nur über den Luft- und Wasserweg gebracht werden können. Zudem sind die Preise der Produkte in den Supermärkten enorm gestiegen und auch die Wasser- und Stromversorgung ebenso wie die Telefon- …

Bunte Elefanten für bunte Kinder

Die Zahl an Straßenkindern in Peru ist enorm. Der Lebensabschnitt Kindheit ist in Peru der Zeitraum, der am wenigsten beschützt ist. Extrem viele Kinder sind einem sehr hohen Risiko ausgesetzt und müssen auf der Straße leben. Viele von ihnen wurden sowohl physisch als auch psychisch misshandelt und haben sehr instabile Familienverhältnisse, aus denen sie meistens geflüchtet sind. Sie leben auf der Straße, schlafen dort, sammeln Essen aus Mülleimern, rauben, betteln und nehmen Drogen. Die Jungs, mit denen ich im Kinderheim Mundo de Niños gearbeitet habe, haben genau dieses Schicksal erlebt. Das fällt mir oft immer noch schwer zu glauben, da sie so fröhlich und auch oft liebevoll sind. Sie sind ganz normale Jungs, die sich auch ab und zu raufen oder sich hin und her schupsen, aber viele von ihnen wollen oft einfach nur in den Arm genommen werden. Eines meiner größten Projekte in meiner Zeit im Kinder- und Jugendheim in Huanchaquito, wo ich vor allem Kunst unterrichtet habe, waren die bunten Elefanten auf der zuvor kargen Wand des Innenhofs. Zunächst grundierte ich zusammen mit ein paar Freunden die Wand …

Cidade Maravilhosa – RIO zwischen Karneval und Staatsverschuldung

Gegensätzlicher könnte eine Metropole nicht sein: Samba und Karneval treffen auf Favelas und Kriminalität. Dennoch strotzt die Stadt nur so vor Lebensfreude. Die exotische Natur der grünen Hügel, die endlosen weißen Strände und nicht zuletzt die Herzlichkeit der „Cariocas“ erobern jedes Herz im Sturm.     Wilde Trommel-Klänge und die Rufe der Tänzer schallen durch die Unterführung im Zentrum von Rio de Janeiro. Der Rhythmus geht durch den ganzen Körper und die Energie schießt nur so durch einen hindurch. Die Gruppe probt ihren Auftritt für den diesjährigen Karneval. Die Röcke der Frauen schleudern hin und her und die schweißnasse Haut glänzt im Licht der Straßenbeleuchtung. Alle tanzen und die Luft ist erfüllt von Lebensfreude. Als wir nach der Probe durch die Stadt laufen, passieren wir den Palácio Tiradentes, der mit Stahlzäunen verbaut ist. „So sieht unsere Regierung momentan aus …“, sagt die Schwester meiner brasilianischen Freundin, die ich gerade in Rio besuche, mit vielsagendem Blick. Wegen der letzten Demonstrationen der wütenden Bevölkerung wurde das Gebäude umzäunt. Auch wenn man bei Karnevalsstimmung, Sonnenschein und Caipirinhas nicht an Politik denken möchte, sind die Probleme doch nur zu offensichtlich. Der …