Monate: Februar 2017

Strudel und Gartenzwerge – Ein Stück Heimat im Seengebiet Chiles

Es gibt Kuchen und Strudel, Blumenbeete und Gartenzwerge zieren die Gärten und die ältere Dame an der Kasse sagt zu mir in perfektem Deutsch: „Das macht dann viertausendfünfhundert, bitte“. Durch das Fenster erblicke ich den tiefblauen See und die saftig grünen Wälder drumherum. Man könnte fast meinen, ich wäre zu Hause in Deutschland. Tatsächlich liegt meine Heimat jedoch um die 14000 Kilometer weit über den Ozean hinweg entfernt. Denn ich befinde mich im Seengebiet, Región de los Lagos, im Süden Chiles, wo vor rund 150 Jahren die ersten deutschen Siedler ankamen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Hier gibt es nicht nur eine Deutsche Schule und eine deutsche Kirche, sogar auf den Feuerwehrautos steht nicht wie üblich „Bomberos“ , sondern in orange leuchtenden Buchstaben „Feuerwehr“. Die Deutsche Schule von Osorno, gegründet 1854. Das „Puppenhaus“ in Frutillar. Die Bomberos (Feuerwehr) aus Puerto Montt. Die Handweberei von Andrea Lindemann in Frutillar. „Wenn man einen Ort und seine Bewohner wirklich kennenlernen will,“ meint Willy, der uns zu den deutschen Wurzeln in Chile führt, „dann muss man zunächst einmal dessen Friedhof besuchen.“ …